WEG Selbstverwaltung bringt Kontrolle und Transparenz zurück in die Eigentümergemeinschaft. Dieser Guide zeigt die wichtigsten Modelle, einen klaren Einstieg in 5 Schritten und worauf es in der Praxis wirklich ankommt.

6 Minuten Lesezeit |21. Januar 2026
Die Suche nach einer passenden Hausverwaltung wird für viele Wohnungseigentümergemeinschaften zur Geduldsprobe: Absagen, Wartelisten, steigende Honorare – und oft bleibt trotzdem das Gefühl, zu wenig Einblick in Konten, Rücklagen und Maßnahmen zu haben.
Genau deshalb gewinnt ein Modell stark an Bedeutung: WEG Selbstverwaltung.
Selbstverwaltung lässt sich heute modern und digital organisieren. Statt Ordnern, Excel-Listen und vielen Einzelabstimmungen entstehen klare Abläufe, die für alle Eigentümer transparent sind: Entscheidungen sind nachvollziehbar dokumentiert, Dokumente zentral verfügbar – und der Alltag der WEG wird strukturiert und sauber abgebildet.
WEG Selbstverwaltung heißt: Eigentümer steuern die Verwaltung ihrer Gemeinschaft selbst – transparent, nachvollziehbar und digital organisiert. Dieser Guide zeigt die wichtigsten Modelle und einen klaren Einstieg in 5 Schritten, damit Ihre WEG strukturiert starten kann.
Kurzantwort
Unter WEG Selbstverwaltung (oft auch „WEG Eigenverwaltung“ oder „Hausverwaltung in Eigenregie“) versteht man, dass die Eigentümergemeinschaft die organisatorischen Aufgaben nicht an eine klassische Vollverwaltung abgibt, sondern in der Gemeinschaft steuert.
In der Praxis gibt es zwei Denkweisen:
Ein zentraler Aspekt ist die Vertretung nach außen: In der Praxis bewährt es sich, eine klare interne Zuständigkeit zu definieren. So ist jederzeit eindeutig geregelt, wer für die Gemeinschaft koordiniert und nach außen auftritt.
Viele Eigentümergemeinschaften entscheiden sich heute ganz bewusst für WEG Selbstverwaltung – nicht als Ausweichlösung, sondern weil sie Transparenz, Mitbestimmung und Tempo in die eigenen Hände nehmen möchten.
Typisch passend ist Selbstverwaltung, wenn:
Wenn Sie in Ihrer WEG schon heute Entscheidungen gut vorbereitet, sauber protokolliert und transparent kommuniziert bekommen, ist der Schritt zur Selbstverwaltung meist kein „Sprung“, sondern eine logische Weiterentwicklung.
Praxis-Tipp
Wer verwaltet Ihre WEG aktuell?
Bitte geben Sie an, wer aktuell die Verwaltungsaufgaben Ihrer WEG übernimmt.
Im Kern gibt es drei Modelle – mit klar unterschiedlichen Folgen für Kontrolle, Tempo und Einblick der Eigentümer.
| Modell | Wer steuert den Alltag? | Transparenz für Eigentümer | Typisch gut, wenn… |
|---|---|---|---|
Klassische Vollverwaltung | Externer Verwalter | Hängt stark vom Dienstleister/System ab | Sie möglichst viel abgeben möchten und eine passende Verwaltung verfügbar ist |
Digitale Vollverwaltung | Externer Verwalter + Portal | Meist besserer Einblick, aber Steuerung bleibt extern | Sie ein Portal wollen, aber weiterhin auslagern möchten |
Betreute WEG Selbstverwaltung | WEG steuert selbst (interne Rolle) + digitale Prozesse | Sehr hoch, weil alle Eigentümer Einsicht haben | Sie Kontrolle & Transparenz wollen, ohne manuelle „Excel-Verwaltung“ |
Der Wechsel klingt oft größer, als er in der Praxis ist – wenn man ihn strukturiert angeht.
Damit der Alltag der WEG klar organisiert ist, wird eine interne Verwalterrolle definiert – eine oder mehrere Personen aus der WEG, die koordinieren und als feste Anlaufstelle dienen.
Wenn eine Eigentümerversammlung einberufen werden muss, gelten ein paar Grundregeln (z. B. Textform und in der Regel drei Wochen Einladungsfrist).
Gut zu wissen: Fehlt ein Verwalter, kann die Versammlung unter den Voraussetzungen des § 24 Abs. 3 WEG auch durch Beirat/Beiratsvorsitz oder einen ermächtigten Eigentümer einberufen werden.
Der Hebel für „ruhige“ Selbstverwaltung ist fast immer derselbe:
Ab jetzt wird nicht „mehr“ gemacht, sondern anders organisiert: weniger Suchen, weniger Rückfragen, mehr Transparenz im System. Umlaufbeschlüsse und digitale Beteiligung können zusätzlich helfen, Themen schneller zu entscheiden – je nach Beschlusslage.
Hier zeigt sich, wie reibungsarm Selbstverwaltung im Alltag läuft – oft sind es wenige, klare Standards, die sofort spürbar mehr Ruhe und Übersicht bringen.
Ein sauberer Überblick über Einnahmen, Ausgaben und Rücklagen ist die Grundlage jeder ordnungsgemäßen Verwaltung – inklusive Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung.
Ein System, in dem Beschlüsse, Angebote, Verträge und Belege sofort auffindbar sind, spart im Alltag mehr Zeit als jede „Extra-Runde“ im Beirat.
Beschlüsse sind nicht nur „ein Ergebnis“, sondern ein Ablauf: Vorbereitung, Beschlussfassung, Protokoll, Umsetzung, Ablage. Wenn das standardisiert ist, wird Verwaltung ruhig.

Klassisch verstand man unter WEG Eigenverwaltung oft: Ein engagierter Eigentümer erledigt Abrechnungen, schreibt Protokolle, hält Versammlungen ab – mit Word, Excel und viel Freizeit. Die moderne Variante funktioniert anders: Eine Plattform übernimmt Routinen, Eigentümer steuern die Entscheidungen.
dotega spricht deshalb von betreuter Selbstverwaltung: Die WEG verwaltet sich selbst, steht dabei aber nicht allein.
Was das in der Praxis heißt:
Selbstverwaltung ist kein „Verwalter weg“-Experiment, sondern ein professionelles Setup: Eigentümer entscheiden selbst, Prozesse laufen strukturiert, Informationen sind jederzeit verfügbar.
Wann möchte Ihre WEG starten?
Teilen Sie uns mit, wann die WEG starten oder Unterstützung in der Verwaltung in Anspruch nehmen möchte.
WEG Selbstverwaltung ist für viele Eigentümergemeinschaften heute der direkte Weg zu mehr Transparenz, mehr Mitbestimmung und klarer Steuerung der eigenen Immobilie. Wer die Verwaltung in der Gemeinschaft organisiert, sieht schneller, was passiert – und kann Entscheidungen fundiert und nachvollziehbar treffen.
Mit betreuter Selbstverwaltung wird daraus ein professionelles Setup: Sie behalten die Kontrolle, digitale Prozesse sorgen für Übersicht – und ein fester, zertifizierter WEG-Experte bzw. eine zertifizierte WEG-Expertin begleitet den Wechsel und den laufenden Betrieb.
Wenn Sie gerade überlegen, ob das zu Ihrer WEG passt, starten Sie pragmatisch: Legen Sie Rollen fest, schaffen Sie einen zentralen Ort für Dokumente und Finanzen – und bauen Sie Ihre Abläufe dann Schritt für Schritt aus. Genau so wird Selbstverwaltung dauerhaft einfach, transparent und planbar.

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